Bonsai Ableger ziehen

Seit einiger Zeit versuche ich mich in der Bonsai Pflege. Auch, wenn ich auf diesem Gebiet selbst noch sehr viel zu lernen habe, sind mein chinesischer Liguster „Fritz“ und der Pfefferbaum „Peter“ bisher immerhin noch bei bester Gesundheit. Wenn auch ein kleines bisschen aus der Form geraten - Bonsai Gestaltung ist nichts, was man über Nacht lernt.

So ist jeder Schnitt bis heute eine gewisse Herausforderung und geht mit einiger Vorbereitung durch Bonsaibuch Konsultation und dem Betrachten zahlreicher Beispielbilder einher. Bei Peters letztem „Frisörtermin“ bin ich dabei zufällig auf eine Möglichkeit gestoßen die abgeschnittenen Zweige nicht einfach zu entsorgen, sondern zu kleinen Ablegern heranzuziehen.

Von dieser Idee war ich sofort begeistert und entschlossen die beschriebene Methode auszuprobieren. Laut Anleitung lässt sie sich grundsätzlich bei jedem Baum anwenden und da meine Ableger bereits erst Wurzeln gebildet haben und sich gut entwickeln, kann ich das Vorgehen guten Gewissens weiterempfehlen.

Ableger aus Stecklingen

Zuerst braucht man natürlich abgeschnittene Zweige des Baums aus dem man Ableger ziehen kann. Da ich ja sowieso dabei war den Formschnitt meines Bonsais vorzunehmen, hatte ich davon automatisch reichlich. Die größeren Zweige, die etwa zwischen 5 und 10 cm lang waren und schon zu verholzen begonnen hatten, sortierte ich heraus um sie als Stecklinge zu verwenden.

Als nächstes brauchte ich einen ausreichend großen Blumentopf. Darin füllte ich eine Erdschicht von ungefähr 5 cm und machte mit einem Holzstäbchen mehrere Löcher mit etwas Abstand in den Boden. In diese steckte ich dann die Zweige, bei denen ich zuvor die untersten Blätter entfernt hatte, sodass keine Blätter unter der Erde landeten.

Nun musste nur noch gegossen werden und der Blumentopf dann mit einer Plastikfolie bedeckt, die ich an den Seiten mit einem Gummiband fixierte. Durch die Abdeckung bleibt die Feuchtigkeit im Topf erhalten und verhindert so, dass die Ableger austrocknen. Ohne Wurzeln könnten diese sich ja noch nicht aus der Erde selbst versorgen. Schon nach kurzer Zeit kann man die Feuchtigkeit im innern des Topfes deutlich erkennen. Solange die Plastikfolie beschlagen bleibt, muss man auch nicht nachgießen.

Nach einer Weile bilden sich an den Schnittstellen unter der Erde neue Wurzeln. Bis die Stecklinge allerdings in einzelne Töpfe umgepflanzt werden können, vergeht einige Zeit. Ich konnte nach etwas einem Monat erste deutliche Wurzeln feststellen, lasse die Ableger aber noch 2 bis 3 weitere Monate wachsen, bevor ich die Plastikfolien abnehme und die Bäumchen in ihre eigenen Töpfe umsetze. Als sicheres Zeichen, dass die Ableger zum Umpflanzen bereit sind kann man das Ausbilden neuer Blätter sehen.

Wenn alles läuft wie geplant, wird das neue Jahr für mich also mit einem kleinen Pfefferbaumwald beginnen. Drückt mir die Daumen, dass es klappt.

Für mehr Informationen hierzu und auch zu allen anderen Themen Bonsai betreffend kann ich das Buch „Bonsai vom Grundkurs zum Meister“ von Horst Stahl empfehlen.

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